ALSTENBEK. Da sitzt sie in ihrem
Rollstuhl unter dem Dach der Zuschauertribüne, eingerahmt von den Eltern
und ihren beiden besten Freundinnen, verfolgt das Spielgeschehen und
lächelt. Lächelt, weil sie Fußball liebt, den sie bis vor wenigen Jahren
selbst leidenschaftlich gespielt hat. Und weil dort auf dem Rasen des
Jacob-Thode-Sportplatzes ihre früheren Mannschaftskameradinnen von der
Bundesliga-Mannschaft der HSV-Frauen für sie kicken. Für Stefanie
Vogelwiesche, die im Oktober 2006 nach einem Herzstillstand in den
Sekundentod fiel, wiederbelebt wurde, aber seitdem schwerstbehindert ist.
Sie kann nicht mehr gehen, das Sprechen fällt ihr schwer. Doch es ist zu
verstehen, was die 24-Jährige sagt: "Es ist so gut, sie wiederzusehen."
Sie, das sind ihre früheren Mitspielerinnen, die Stefanie nicht vergessen
haben. Immer wieder haben sie bei jeder Gelegenheit für ihre
Team-Kameradin gesammelt. Jetzt kicken sie in der Hitze dieses
Sonnabendnachmittags vor 200 Zuschauern eher mit den Zweiten
Senioren der SV Halstenbek-Rellingen als gegen sie.
Das Benefiz-Spiel hat HSV-Mannschaftsführerin Janina Haye initiiert. Die
24-jährige Mittelfeldspielerin hat früher für die SVHR gekickt, ihr Vater
Joachim (51) spielt im Team, das heute mehr Partner als Gegner ist und die
Begegnung nach 0:1-Rückstand noch mit 3:1 gewinnt. "Das Ergebnis ist heute
völlig egal", sagt Janina Haye.
Wichtig ist eine andere Zahl: Spenden, der Verkauf von Würstchen und die
Versteigerung von Fan-Artikeln bringen 2500 Euro für Stefanies
Rehabilitation.
Ihre Eltern Hans-Werner (57) und Ursula (60) ringen lange nach Worten:
"Danke, dass ihr eure Mannschaftskameradin nicht vergessen habt."